05. April 2019

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Überraschender Stellenabbau bei Raiffeisen Schweiz

Nach personellen Veränderungen im Verwaltungsrat und in der Geschäftsleitung, kündigte Raiffeisen Schweiz am Donnerstag 4. April 2019 ein Kostensenkungsprogramm von bis zu CHF 100 Millionen an. Damit werden bis ins Jahr 2020 rund 200 Stellen abgebaut. Der Kaufmännische Verband als Sozialpartner findet die Massnahme besonders stossend, da der Verwaltungsrat gleichzeitig höhere Entschädigungen als im Vorjahr bezogen hat, und fordert im Rahmen des neuen Sozialplans Anschlusslösungen für möglichst alle betroffenen Mitarbeitenden.


Die schweizweit drittgrösste Bankengruppe, Raiffeisen Schweiz, kündigte am Donnerstag 4. April 2019 im Rahmen einer Medieninformation Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungsprogramme an. Die Gruppe will ihre Ausgaben um insgesamt CHF 100 Millionen senken. Die Einsparungen sollen durch eine systematische Überprüfung der Personal- und Sachkosten erreicht werden. Ziel ist ein noch stärkerer Fokus auf den Kunden, die Raiffeisenbanken und den Markt.

Bis ins Jahr 2020 werden rund 200 Vollzeitstellen abgebaut – was bei aktuell ca. 11'000 Mitarbeitenden rund 1,8% des Nettopersonalbestands entspricht. Dabei sollen so viele Stellen wie möglich durch natürliche Fluktuation und Pensionierungen eingespart werden. Die betroffenen Divisionen und Geschäftsbereiche sind derzeit noch nicht bekannt.

Personelle Wechsel auf Führungsebene ziehen oftmals Effizienzsteigerungsprogramme mit sich. Nach der Erneuerung des Verwaltungsrats und den Veränderungen in der Geschäftsleitung kommen sie bei Raiffeisen Schweiz insofern nicht überraschend. Als Sozialpartner findet der Kaufmännische Verband die Kostensenkungsmassnahmen jedoch besonders stossend, da gleichzeitig bekannt gegeben wurde, dass der Raiffeisen-Verwaltungsrat für das vergangene Jahr 2018 knapp 6% mehr Entschädigungen als im Vorjahr bezogen hat. Vor diesem Hintergrund ist es schwer nachvollziehbar, dass die Sparmassnahmen einseitig auf dem Rücken der Mitarbeitenden ausgetragen werden.

Die von der Restrukturierung betroffenen Angestellten fallen, gemäss Raiffeisen Schweiz, allesamt unter den neuen Sozialplan. Dieser soll bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein und u.a. Entschädigungs- sowie Unterstützungsmassnahmen bei der beruflichen Neuorientierung festlegen. Der Kaufmännische Verband fordert die Eröffnung eines ordentlichen Konsultationsverfahrens. Er wird dieses Verfahren begleiten und sich für sozialgerechte Anschlusslösungen einsetzen.

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